Das Original
Die Oberwagenleuchten signalisierten bei Dunkelheit das Ende des Zuges. Zuerst wurden sie auf seitlichen Signalstützen so angebracht, daß sie in Fahrtrichtung weiß leuchteten und nach Hinten rot. So konnte man sowohl von der Lokomotive bzw. vom hochgelegenen Zugführerarbeitsplatz die Vollständigkeit des Zuges feststellen, als auch von Außerhalb.
Hintergrund war die Kontrollmöglichkeit, daß auch kein Waggon abgerissen war und sich noch auf der Strecke befindet. An Blockstellen oder Bahnhöfen darf erst der nächste Zug folgen, wenn der dementsprechend gekennzeichnete „letzte“ Wagen die Strecke passiert hat.
Seit den 60er Jahren verzichtete man auf das weiße Licht nach vorn. Die Verbreitung der durchgehenden Bremse machte die Anzeige für den Lokführer obsolet. Man verlegte daraufhin die Signalstützen über die Puffer. So mußte der Waggon nicht mehr bestiegen werden, was insbesondere unter Fahrleitungen bedeutend sicherer war.
Da mehr und mehr Fahrzeuge eine eingebaute Zugschlussbeleuchtung hatten, wurden die Laternen immer seltener gebraucht. Die endgültige Außerbetriebnahme der Petroleumlaternen in Deutschland erfolgte jedoch erst 1993.
Das Modell
Funktionsmodelle besteht aus drei Komponenten. Das Gehäuse wird aus Resin gefertigt. Es hat eine Durchgangsbohrung, in welche man eine Lichtleitfaser einschiebt. Man tut gut daran, beide Komponenten vor der Montage mit Modellfarbe zu lackieren; das Gehäuse in Schwarz und das Ende des Lichtleiters mit Rot. Letzteres ist zwar nicht zwingend nötig, wenn man eine rote Lichtquelle einsetzt; es sieht aber bei Tageslicht besser aus. Die Farben gehören nicht zum Lieferumfang.
Komplettiert wird das Ganze durch Naßschiebebilder für die Tagsignale an den Seiten der Laterne. Die Decals müssen randscharf ausgeschnitten und appliziert werden. Hier tut eine gerade Nagelschere gute Dienste. Gerade bei TT erfordert das etwas Geduld und eine ruhige Hand, aber das Ergebnis entschädigt die Mühe. Wer möchte, kann das Modell final noch mit farblosem Lack versiegeln.
Zur Montage am Fahrzeug ist es lediglich nötig, zwei Löcher in die Bordwand zu bohren. Der Lichtleiter wird hindurch gesteckt und zu einer Stelle geführt, wo man das Leuchtmittel bequem installieren kann. Vorteil hierbei: der Lichtaustritt ist wirklich dort - und nur dort - wo man ihn haben möchte. Zudem ist die Montage einfacher als bei einer Mini-LED. Wer dennoch das Leuchtmittel lieber direkt in der Laterne haben möchte, kann auch den Lichtleiter weg lassen und stattdessen handelsübliche Rund-LED‘s einsetzten. Der Lochdurchmesser beträgt bei TT: 1mm.
Alternativ bieten wir auch Attrappen an. Hier ist die Bohrung für den Lichtleiter beidseitig als Sackloch ausgeführt. Man lackiert zuerst die "Gläser" (eine Seite weiß, eine Seite rot) und nach der Trocknung das Gehäuse in Schwarz. Die Tagsignale werden angebracht wie oben beschrieben. Auf Bahnhöfen gab es früher Tische oder Wägen, wo das Zugpersonal die gebrauchten Laternen zum Reinigen und Befüllen abstellen und frische Laternen für die Fahrzeuge mitnehmen konnte. Hierfür sind die Attrappen ideal.